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Die Richtige E-Gitarre

Die richtige E-Gitarre

Das neue Schuljahr beginnt und für viele angehende „Guitarheros “ bzw. deren Eltern stellt sich die Frage:

Welche E-Gitarre soll es denn sein?

Diese Frage höre ich alle paar Monate. Daher möchte ich hier ein paar Tips zum Gitarrenkauf geben, die sich in den vergangenen Jahren bei meinen Schülern bewährt haben.
Die erste Frage ist natürlich, ob es eine klassische, eine akustische (Steelstring) oder eine E-Gitarre sein darf. Ob man mit der klassischen Gitarre anfangen soll/muss/kann ist hier nicht das Thema. Ich für meinen Teil denke, dass eine anfängliche klassische Gitarrenausbildung  auf jeden Fall kein Fehler ist. Sollte der zukünftige Schüler jedoch schon konkrete Vorstellungen von der Art von Musik haben, die er lernen will, dann kann ein “Jetzt lernst Du mal klassische Gitarre und dann sehen wir weiter“ ziemlich nach hinten los gehen. In so einem Fall spricht nichts dagegen dass man sofort mit der elektrischen Gitarre durch startet.
Fragt sich nur mit welcher…

Betrachtet man die Webseiten verschiedener grosser Händler, wird man von der Menge an E-Gitarren regelrecht erschlagen: alle möglichen und unmöglichen Farben sind vertreten, verschiedenste Hölzer, Pickup-Varianten, Vibratosysteme und Preise zwischen 79,- und 13.000,- €. Naja,wer’s braucht…

Einem Anfänger ist das alles sowieso viel zu hoch (meistens jedenfalls) und er möchte eine gute Allroundgitarre, mit der man so ziemlich alles spielen kann.
Natürlich kommen „Sweet Child O’Mine“ von Guns N‘ Roses mit einer Gibson „Les Paul“ oder „Pride’N’Joy“ von Stevie Ray Vaughan mit einer  „Vintage-Stratocaster“ von Fender authentischer rüber als mit ’ner 300€ Klampfe aus China, aber ist das am Anfang so wichtig? Besser wäre doch eine Gitarre, mit der man alle möglichen Musikstile zumindest annähernd abdecken kann.
Viele meiner Schüler haben nach zwei bis drei Jahren sowieso schon die zweite E-Gitarre im Zimmer stehen, da sich in dieser Zeit schon eine dominierendes Genre heraus kristallisiert hat.
Sollte aber jemand schon ganz genau wissen was er will (z.B. „Ich will nur AC/DC spielen“, „Slash ist der Hammer“ oder „Ich will Country lernen“), dann spricht natürlich nichts dagegen sich für ein spezielleres Modell zu entscheiden. Da aber die wenigsten Schüler schon ganz genau wissen was sie wollen (und meist auch verschiedene Stile ausprobieren möchten) ist eine „Kompromiss-Gitarre“ die wohl beste Variante für den Anfänger.

Folgende Punkte würde ich als empfehlenswert einschätzen:

  • Solidbodygitarren, keine Halbakustik
  • 22-24 Bünde, dann kann man auch noch locker zum hohen e ziehen
  • Wenn es geht kein Tremolosytem. Vintagetremolosysteme sind sehr verstimmungsanfällig, bei Floyd-Rose-Systemen hingegen werfen die meisten Schüler beim Saitenwechsel das Handtuch (und dann sitze ich in der Unterrichtsstunde da und muss neue Saiten aufziehen). Wenn natürlich der Schüler unbedingt Wert auf ein Vibratosystem legt, bitte, aber dann nicht meckern wenn es trotz YouTube-Videos einfach nicht klappen will 🙂
  • Am Besten eine Gitarre mit 2 Humbuckern oder H-S-H-Bestückung kaufen. Da ist so ziemlich alles mit spielbar. Wenn die Humbucker dann noch „splitbar“ sind, umso besser
  • Die Farbe spielt nun wirklich keine Rolle, aber es ist schon von Vorteil, wenn dem angehenden Gitarrenvirtuosen das Instrument, mit dem er in den nächsten Monaten und Jahren jeden Tag Zeit verbringen wird, auch optisch gefällt

Diese Ibanez-Gitarre wäre zum Beispiel etwas Passendes (ist natürlich auch in anderen Farben erhältlich). Oder auch die Pacifica-Serie von Yamaha ist wunderbar für Anfänger geeignet. Das sind jetzt nur Beispiele. Es gibt natürlich noch viele andere Marken, die entsprechende Gitarren herstellen, so Z.B LAG, Dean, Cort oder LTD.
Am besten geht man zu einem renommierten Musikgeschäft!!! Mir ist auch klar dass es immer weniger davon gibt, aber es ist trotzdem der beste Weg um an die richtige Gitarre zu kommen.
Internetkäufe können da ziemlich in die Hose gehen.

Und noch was:

Ich kann auch den Spruch „300€ für eine E-Gitarre? Das ist aber viel“ langsam nicht mehr hören !!!
Wenn man vergleicht, was man für ein gutes Schlagzeug, eine gute Querflöte oder ein gutes Saxophon hinblättert, da sind E-Gitarren im allgemeinen schon sehr günstig in der Anschaffung, zumal es auch echt schwierig ist eine E-Gitarre kaputt zu machen. Aber werft mal ein Saxophon um! Die Reparatur wird richtig teuer.

Zum Zweiten geht es dabei auch um eine Anschaffung, die jahrelang halten uns Spass machen soll. Immerhin soll und muss ein Schüler auch jeden Tag damit üben, da kommen ein paar hundert wenn nicht gar tausend Stunden zusammen. Da sollte man doch schon etwas grosszügier sein. Beim neuesten iPhone geht’s doch auch… 😉

 

In diesem Sinne
Keep on rockin‘

Euer Alex

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